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Schienentherapie

Bei den Schienen im zahnärztlichen Bereich handelt es sich um Kunststoff-Schienen, welche nach Abformung des Patientenkiefers und seiner Zähne im Praxis- oder Dental-Labor individuell hergestellt werden und dann im Munde des Patienten den Zähnen eines Kiefers (seltener: beider Kiefer) aufgesetzt werden, um dort die indizierte Wirkung zu erzielen.

 

Indikationen von Schienen im zahnärztlichen Bereich

 

“Knirscher-Schienen”

Die in Deutschland am häufigsten hergestellte Schiene ist die so genannte Knirscher-Schiene. Da das Kausystem ein so genanntes Stress-Organ ist, welches körperlichen und emotionalen Stress ableitet indem die Zähne (zumeist während der Nacht) unvorstellbar lange und mit unvorstellbar großer Kraft aufeinander gepresst oder gegeneinander gerieben werden, findet man bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten Spuren dieses Knirschens (“Bruxismus”). Häufigste Symptome dieses Knirschens oder Pressens sind abgeriebene Kauflächen der Seitenzähne oder abgeriebene Schneidekanten der Front- und Eckzähne, Füllungsbrüche oder Absprengungen an Keramik-Kronen, verhärtete oder gar vergrößerte Kaumuskulatur, Spannungskopfschmerz und manchmal sogar eine eingeschränkte Mundöffnung. Mit einer individuell eingeschliffenen oder aufgebauten Schiene, welche entweder im Ober- oder Unterkiefer angepasst wird, werden die vorher flächigen Kontakte zwischen Unter- und Oberkieferzähnen punktförmig verkleinert, und somit die Intensität und die Dauer der Muskelkontraktionen vermindert. Das Kausystem entspannt sich, und die Patientin oder der Patient erwacht morgens wesentlich entspannter und ausgeruhter (und nebenbei werden noch die Zähne vor destruktiven Press- oder Mahlbewegungen geschützt!).

Aufbiss-Schienen

Bei den Aufbiss-Schienen wird das oft krankmachende Aufbeißen der Unterkieferzähne auf die antagonistischen Oberkieferzähne mit Hilfe der Schiene korrigiert und somit therapiert. Mit diesen Schienen wird nicht nur dieses Zusammentreffen der Unterkieferzähne mit den Oberkieferzähnen (=Okklusion) funktionell verbessert sondern auch die Stellung der Kiefergelenksköpfchen optimiert, so dass diese Schienen einen heilenden Einfluss auf Erkrankungen des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur haben.

Für die Herstellung von Aufbiss-Schienen müssen Abformungen des Ober- und Unterkiefer-Zahnbogens genommen werden. Die daraus gewonnen Modelle müssen schädelgerecht (mit Hilfe eines so genannten Gesichtsbogens) in ein technisches Gerät (Artikulator) übertragen werden. Mit Hilfe eines speziellen “Bisses” (Registrat), welcher in entspannter Kopf- und Körperhaltung im Patientenmund genommen wird, werden die Modelle in dem Artikulator zueinander eingegipst.

In Abhängigkeit von der diagnostizierten Erkrankung des Kauorgans können dann folgende Modifikationen einer Aufbiss-Schiene im zahntechnischen oder praxiseigenen Labor hergestellt werden:

Relaxierungsschiene

Die Relaxierungsschiene dient der Entspannung der krankhaft veränderten Kaumuskulatur und somit einer Entspannung des gesamten Kausystems.

Okklusionsschiene

Wenn ein krankmachendes Zusammentreffen der Unterkieferzähne mit den Oberkieferzähnen (“Malokklusion”) vorliegt, wird eine Schiene hergestellt, die das funktionelle Zusammenspiel zwischen den Zähnen beider Kiefer optimiert, und so die ursächliche Erkrankung des Kausystems therapiert.

Distraktionsschiene

Wenn es infolge von destruktiven Erkrankungen im Kausystem (wie z.B. exzessives Abreiben der Zahnoberflächen, fehlende Abstützung des Unterkiefers wegen fehlender Zähne im Seitenzahnbereich) oder wegen eines “zu niedrigen” Zahnersatzes im Seitenzahnbereich zu einer “Stauchung” (Kompression) in einem oder beiden Kiefergelenken kommt, dann wird eine Schiene hergestellt, welche die Kiefergelenkköpfchen aus dieser krankmachenden Position herauszieht (distrahiert), und so die Schmerzen eines “Kompressionsgelenks” mindert.

Repositionierungsschiene

Ist es infolge von Funktionsstörungen des Kauorgans zu einer Verlagerung der Gelenkscheibe (Diskus) in einem oder beiden Kiefergelenken gekommen, so dass die Kiefergelenkköpfchen bei Bewegungen des Unterkiefers mit einem Knacken auf diese verlagerte Gelenkscheibe auf- und abspringen, muss eine Schiene hergestellt werden, mit deren Hilfe der Unterkiefer in eine Position gebracht wird, wo das Kiefergelenkköpfchen bei allen Bewegungen des Unterkiefers wieder physiologisch auf der Gelenkscheibe positioniert ist.

www.cmd-curadentis.de ist eine Informationsseite der Fachabteilung der Curadentis Praxisgemeinschaft
Curadentis – Zentrum für Zahngesundheit  |  Kieler Str. 1  |  12163 Berlin Steglitz